Die Welt ist ein Versuch und jeder Versuch beinhaltet eigentlich die Möglichkeit einer neuen Antwort. Einer Antwort, auf der sich Zukunft aufbauen lässt. Aber, was ist, wenn die Klimaapokalypse, wie Johannes Schneider in seinem fulminantem ZEIT-Essay von 2019 sagte, auserzählt ist? Wir uns zwar Antworten geben, aber letztendlich nicht mehr gewinnen können?

Wir sind einfach zu spät dran. Weil wir uns zu lange damit aufgehalten haben, uns bei einem Côte de Provence zu beruhigen, wenn wir uns versicherten, dass es Klimaveränderungen schon immer gegeben habe. Im Zweifel musste, während wir uns ein Stück Brin d´Amour in den Mund schoben, die kleine Eiszeit als Beweis dafür herhalten. Oder das Waldsterben, was sich doch letztendlich als Fehlalarm entpuppt hatte. Tatsächlich?

Und nochmal gefragt: Was ist also, wenn wir wirklich zu spät dran sind? Aufgeben, den Kopf in den zu trockenen Boden stecken? Unseren Allerwertesten der heißen Sonne ausliefern? Mitnichten, auf keinen Fall. Denn was uns bleibt, ist der aufrechte Gang. Ist die Möglichkeit, unseren Enkeln auf die Frage „Warum habt ihr nichts getan?“ antworten zu können. Das wir damals nicht zu denen gehörten, die entweder beschönigten oder einfach nichts taten. Das wir anpackten, auch wenn die Apokalypse nicht mehr aufzuhalten war.


Michael Grundheber liest vor. Viel Spaß beim Zuhören.