Unser Ziel: ökologische Gesamtsysteme.
Sektorenkopplung ist die technische Basis, Smart Meter das digitale Werkzeug und Energiedemokratie das politische Ziel, damit die Energiewende von allen mitgestaltet und genutzt werden kann. Sie umfasst längst nicht mehr nur den Strom- und Wärmesektor, sondern auch unsere tägliche Mobilität – von E-Bikes über Elektroautos bis hin zu intelligent vernetzten Verkehrssystemen – und führt diese Bereiche in einem klimafreundlichen Gesamtsystem zusammen.
Energiedemokratie bedeutet, die Mobilitäts- und Wärmewende nicht nur ökologisch, sondern auch sozial gerecht und partizipativ zu gestalten – sei es beim täglichen Weg zur Arbeit oder beim Heizen.
Im Kern steht die Sektorenkopplung für die Verbindung der Bereiche Haushalt, Wärmeerzeugung und Mobilität zu einem intelligenten, flexiblen Energiesystem. Sauberer Strom als Primärenergie übernimmt die Rolle des verbindenden Elements, das Erzeugung und Verbrauch zusammenführt.
Digitale Technologien sind eine wichtige Voraussetzung dafür, Energieflüsse lokal und gemeinschaftlich zu steuern.
Intelligente Netze bilden das Rückgrat einer digitalen Infrastruktur. Sie sorgen für Transparenz, ermöglichen flexible Tarife und erleichtern es Bürger:innen sowie Unternehmen, aktiv an der Energiewende mitzuwirken. Eine weitere Schlüsseltechnologie ist dabei die Wärmepumpen-Heiztechnik. Sie nutzt erneuerbare Energie besonders effizient zur Wärmeerzeugung und stimmt, in intelligente Netze eingebunden, Verbrauch und Erzeugung optimal aufeinander ab.
Mit der Sektorenkopplung entsteht ein Modell, das technische Innovation, gesellschaftliche Teilhabe und Klimaschutz miteinander verbindet. Dezentrale Lösungen wie Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Speicher und Elektromobilität ermöglichen es uns, vom reinen Verbraucher zum aktiven Akteur der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende zu werden und unsere Energiezukunft selbstbestimmt zu gestalten.
Damit dies gelingt, sind allerdings faire politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen notwendig: Der Wärmestrompreis ist durch Steuern und Umlagen noch immer künstlich hoch und deutlich teurer als fossile Energieträger. Laut Bundesverband Wärmepumpe entfallen rund drei Viertel des Endpreises auf staatliche Abgaben.
Eine Entlastung des Strompreises sowie die Erzeugung von Eigenenergien durch Photovoltaik und eine smarte Steuerung sind entscheidend, um die Sektorenkopplung wirtschaftlich attraktiv zu machen.
Natürlich bedeutet mehr Energiedemokratie zugleich auch mehr Eigenverantwortung, denn Strom kommt nicht mehr einfach aus der Steckdose und Gas nicht mehr ganz einfach aus der Leitung. Wir müssen lernen, Energie bewusster zu nutzen, zu speichern und zu teilen. Diese Verantwortung eröffnet jedoch auch Freiheit: Wer selbst produziert, steuert und verbraucht, wird unabhängiger und erhält mehr Gestaltungsspielraum.
Die Digitalisierung ist der Schlüssel dazu. Intelligente Messsysteme und steuerbare Stromverbraucher schaffen Transparenz, reagieren auf Preissignale und gleichen Erzeugung und Verbrauch flexibel aus. Damit leisten sie einen entscheidenden dezentralen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Netzstabilität in einem resilienten Energiesystem. Energiemanager und Smart Meter machen dabei sichtbar, wann unser Strom vor Ort erzeugt und genutzt wird. So können wir ihn auch gezielt dann beziehen, wenn er günstig ist.
Durch aktive Energieverantwortung entsteht echte Teilhabe an der Energiewende und wir leisten gleichzeitig einen direkten Beitrag zum Klimaschutz, zu persönlichem Wohlstand und zu einer lebenswerten Zukunft.
Mobilitätswende in Bewegung
Besonders die Art, wie wir uns fortbewegen, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im Bereich der Mobilität zeigt sich deutlich die Kraft der Vernetzung: E-Bikes sind ein Motor der Mobilitätswende. Pendelstrecken zur Arbeit, die früher nur mit dem Auto zurückgelegt wurden, lassen sich dank elektrischer Unterstützung leicht, schnell und klimafreundlich bewältigen. Das reduziert Staus, Parkplatzprobleme und Emissionen und bringt Bewegung in den Alltag. So wird nachhaltige Mobilität praktisch erlebbar und die Verkehrswende direkt spürbar.
Kleine Elektrofahrzeuge leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sofern sie mit 100-prozentigem Ökostrom geladen werden. Über ihre Lebensdauer sparen sie mehr CO₂ ein, als bei ihrer Herstellung – insbesondere jener der Batterie – entstanden ist. Bei aktuellen Modellen wird dieser Punkt meist nach 15.000 bis 25.000 gefahrenen Kilometern erreicht.
Strombasierte Antriebe können flexibel auf das Angebot erneuerbarer Energien reagieren und tragen so zur Stabilisierung des gesamten Energiesystems bei.
Ganzheitlich denken
Entscheidend ist bei der Sektorenkopplung, dass alle Bereiche – Strom- und Wärmeversorgung sowie Mobilität – gleichberechtigt betrachtet werden. Sektorenkopplung ist weit mehr als die Nutzung von „Überschussstrom“. Also Strom, der entsteht, wenn Wind- und Solaranlagen mehr Energie liefern, als gerade verbraucht wird. Sie ist ein strategischer Ansatz, um Energieflüsse effizient zu gestalten und Emissionen ganzheitlich zu senken.
Für uns als Autonation liegt eine große Chance drin, die Sektoren ganzheitlich und vernetzt zu denken.
Die Schnittstellenthemen in den Sektoren klug zu managen biet bietet große Möglichkeiten der wirtschftlichen Entwicklung – hin zu einem Modell, das Technologie, Verantwortung und Mobilität zu einem zukunftsfähigen System verbindet.
»Einfach mal anders abbiegen.«
Die »balcony-redaktion« im Gespräch mit Markus Schüßler.
Wie komme ich von A nach B? Die Möglichkeiten sind vielfältig und bieten die Chance, deutlich klimafreundlicher unterwegs zu sein als früher. Und spannend ist das Ganze auch noch. Markus Schüßler ist längst bereit für Veränderungen beim Reisen und spricht im Interview über moderne Mobilität, das Abbiegen aus der Routine und über die Motivation zu mehr Technologieoffenheit.
the balcony: Mit dem Projekt »tb travel« gehst Du auf Entdeckungsreise und dokumentierst auf Instagram und in unserem Magazin Orte, an denen nachhaltig gedacht wird. Wie nachhaltig ist dabei deine Mobilität?
Markus Schüßler: Klimafreundlich unterwegs zu sein, bedeutet vor jeder Tour genau zu überlegen, wie man mobil ist. Einfach ins Auto zu steigen, den Verbrenner zu starten und loszubrausen ist für mich schon sehr lange vorbei.
the balcony: Aber ist das nicht aufwendig und mühsam?
Markus Schüßler: Nun, ich denke es kann auch Spaß machen, einfach mal anders abzubiegen als gewohnt und die Routinen aufzubrechen. Ich finde es großartig, das die neuen Mobilitätsangebote immer raffiniertere Möglichkeiten bieten und technisch zulegen. Was ich nicht mit den Fahrrad schaffe, das mache ich mit einem Elektroroller, nutze Carsharing-Angebote oder auch mal einen Mietwagen. Ganz klassisch mit der Bahn zu reisen, geht natürlich auch.
the balcony: Wie wichtig ist es Dir, technisch mit der Zeit zu gehen?
Markus Schüßler: Die meisten Angebote kann man heute ganz smart nutzen. Und weil sich die digitalen Möglichkeiten so schnell entwickeln, wird man oft überrascht von neuen Dingen. Es gibt kaum eine Mietwagenfahrt, die mich nicht technisch fordert. Eine ganz neue Usability im Navi, das Starten eines leisen Hybrids, bei dem man lange auf ein Motorheulen warten kann, bis man versteht, das der Wagen bereits läuft. Oder ganz einfach bargeldlos tanken mit einer App – es gibt immer etwas zu entdecken. Wir dürfen neue Mobilität nicht als mühsamen Komfortverlust begreifen, sondern als einen Zugewinn an Möglichkeiten, Spaß, Freiheit und ein großes Abenteuer. Für jeden von uns ist es auch eine Chance, den digitalen Anschluss nicht zu verpassen und immer aufs neue Technologieoffenheit zu trainieren.
the balcony: Und das steckt ja auch in der DNA Deiner Foundation »the balcony«.
Markus Schüßler: Ja absolut! Neues Denken ist unsere Motivation. Und ein Balkon war schon immer eine gute Plattform, um neue Perspektiven zu entdecken und somit ist er der perfekte Namensgeber für uns. Er verbindet Innen und Außen, also ein Gebäuden mit der Natur und ist eine Plattform für Lebensfreude. Das wichtigste ist aber, mit einen Balkon assoziieren die meisten Menschen nur Positives, wie mit einem Picknick. Bei unseren Projekten geht es folglich nicht um Verzicht an Lebensqualität, sondern um Spaß an nachhaltiger Veränderung und darum einfach mal, eine andere Richtung einzuschlagen als gewohnt. Das ist für unsere Arbeit sehr wichtig, denn nur so nehmen wir viele Menschen mit auf unsere Reise.
thebalconyhabitat auf Instagram:
In unserem »habitat« nutzen wir die Möglichkeiten sauberer Mobilität. Jetzt Fahren und reisen neu denken – so einfach geht Klimaschutz Love, tb.
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